Seniorengerechtes Wohnen in Dresden-Gorbitz

Die Eisenbahner-Wohnungsbaugenossenschaft hat ihr Großprojekt „Höhenpromenade“ vollendet.

Die 377 seniorengerechten, in attraktive Freiflächen eingebetteten Wohnungen sind einzigartig in Dresden und eine Aufwertung für den Stadtteil Gorbitz.

Im Jahr 2008 war der Startschuss für das Projekt „Höhenpromenade“ der EWG und Baubeginn für die seniorengerechte Modernisierung von zunächst 48 Wohnungen. Wegen der riesigen Nachfrage wurde das Projekt fortgeführt. Ende 2020 wurden die letzten von nunmehr 377 Wohnungen fertig und die Arbeiten im Außenbereich beendet. Sogar eine Fitness-Oase für Senioren ist entstanden. Insgesamt hat die EWG 28 Millionen Euro investiert. Möglich wurde dieses Projekt auch dank der  Fördermittel aus den Programmen „Soziale Stadt“ und „Seniorengerecht umbauen.“

Die Höhenpromenade selbst – die Fußgängerzone zwischen Merian- und Amalie-Dietrich-Platz war durch die Landeshauptstadt Dresden bereits zwischen 2012 und 2015 neu und ebenfalls barrierefrei gestaltet worden als ein gelungenes Ensemble aus geschwungenen Wegen, Ruheplätzen und Bepflanzungen.

Nicht nur die seniorengerechten Wohnungen und die gut bezahlbaren Mietpreise sind der Grund für viele Anfragen und eine Warteliste. Auch die Verkehrsanbindung, die Einkaufsmöglichkeiten und das Dienstleistungsangebot wie Zahnarzt oder Physiotherapie, das Bürgerbüro der Landes-hauptstadt, das Sozialkaufhaus und vor allem der Nachbarschaftshilfeverein kommen den  Bedürfnissen älterer Menschen entgegen und werden geschätzt.

„Mit der Höhenpromenade ist in Dresden-Gorbitz ein beispielhaftes Quartier entstanden, das den Bedürfnissen von Senioren auf vielfältige Weise gerecht wird“, so Antje Neelmeijer, Vorstand der EWG. „Damit wird der Stadtteil spürbar aufgewertet. Das ist ein wichtiges Anliegen unserer Genossenschaft, das wir bei all unseren Projekten in Gorbitz verfolgen.“

Durch den seniorengerechten Umbau konnten viele langjährige Mitglieder der Genossenschaft in ihrem gewohnten Umfeld bleiben und sind nicht in andere Stadtteile abgewandert. „Außerdem zog dieses Wohnungsangebot, das in diesem Preis-Leistungsverhältnis in Dresden einmalig ist, Men-schen aus anderen Stadtteilen an“, so Antje Neelmeijer. „Das alles wirkt sich stabilisierend aus auf die Bewohnerstruktur in dem oft unterschätzten Stadtteil Gorbitz und steigert dessen Attraktivität.“

Dazu äußert sich auch Oberbürgermeister Dirk Hilbert

„Ich freue mich über das Engagement der Eisenbahner-Wohnungsbaugenossenschaft (EWG) für seniorengerechtes Wohnen und das sehr gelungene Projekt „Höhenpromenade“ in Gorbitz“, so Oberbürgermeister Dirk Hilbert. „ Dies ermöglicht vielen langjährigen Bewohner/innen von Gorbitz im Stadtteil wohnhaft zu bleiben. Die Landeshauptstadt Dresden hat das Vorhaben mit Städtebau-mitteln in Höhe von knapp 1 Mio. Euro unterstützt. Insgesamt hat die Stadt Dresden bislang 2,19 Mio. Euro in die Höhenpromenade im Rahmen der Städtebauförderung investiert, um den öffentlichen Raum attraktiv zu gestalten und die Wohnqualität zu steigern. So schaffen wir Hand in Hand mit den Wohnungseigentümern ein gelungenes Wohnangebot als Grundlage für ein gutes Zusammenleben im Quartier. Ich bedanke mich für die bisherige Zusammenarbeit und wünsche mir auch zukünftig die EWG als Partner der Landeshauptstadt Dresden, um die Entwicklungen im Stadtteil Gorbitz gemeinsam positiv zu gestalten.“

Ausgangspunkt des Großprojektes war der demografische Wandel in Gorbitz

Die EWG bewirtschaftet knapp 6000 Wohnungen in Gorbitz. In ihnen leben etwa 10.000 Menschen. Nach der Jahrtausendwende zeichnete sich ab, dass die rund 400 unsanierten Wohnungen am Leutewitzer Ring entlang der Höhenpromenade nicht mehr dem Bedarf entsprachen und dass es für herkömmliche Plattenbauten kein Interesse gibt. Gleichzeitig war klar, dass viele Gorbitzer Bewohner bald das Seniorenalter erreichen und sich ein Bedarf an seniorengerechten Wohnungen ent-wickeln wird. „Als Genossenschaft haben wir laut Satzung die Aufgabe, unsere Mitglieder gut mit Wohnraum zu versorgen – das heißt im weiteren Sinn auch, den Wohnraum an ihren Bedarf anzu-passen“, sagt Antje Neelmeijer. „Gleichzeitig spielen soziale Aspekte eine große Rolle: eine verant-wortbare Miete, ein schönes, lebenswertes Wohnumfeld, feste Ansprechpartner und die Sicherheit, dass die Mitglieder lebenslang in der Genossenschaft leben können. Das Quartier Höhenpromenade ist ein Beispiel dafür, dass genossenschaftliches Bauen all diese Aufgaben erfüllen kann.“

Der Umbau von Bestandswohnungen war eine große Herausforderung

Während man bei einem Neubau die Kriterien einer seniorengerechten Wohnung von Anfang an einplanen kann, war der Umbau der Plattenbauten auf der Höhenpromenade eine große Heraus-forderung. Dazu haben sich in den 12 Jahren nicht nur Normen und Richtlinien verändert, auch die Wünsche und Anforderungen der Bewohner galt es zu berücksichtigen. Ab 2010 übernahm die IGC Ingenieurgemeinschaft Cossebaude die Planung und Bauleitung. Grundrisse mussten verändert werden, Aufzüge wurden an- oder eingebaut, die Schwellen in den Wohnungen entfernt, neue Bäder mit Duschen mit geringen Einstiegshöhen installiert. Im Außenbereich gelangen die Mieter nun barrierefrei über breite Wege und Rampen in ihre Häuser. „Die Pausen zwischen den einzelnen Projektphasen haben wir für neue Ideen und Anpassungen genutzt“ so Antje Neelmeijer. „Die weiteren Planungen wurden immer mit der aktuellen Nachfrage abgeglichen und die Entwürfe entsprechend modifiziert.“ Ab 2019 wurde nach der Sächsischen Förderrichtlinie „Seniorengerecht Umbauen“ gebaut. Damit entstanden komplett schwellenfreie Wohnungen. Hier sind die Duschen ebenerdig und es wurden die Wenderadien für Rollatoren und Rollstühle beachtet.

Wohnraum für Familien, Rollstuhlfahrer und die Lebenshilfe sind Besonderheiten im Quartier

An Stelle eines früheren Pavillons entstand ein zweigeschossiger Ersatzneubau mit Gewerbe-räumen und vier 4-Raum-Wohnungen für Familien – eine der wenigen Ausnahmen an der Höhen-promenade. Auch zwei Wohngruppen der „Lebenshilfe“ fanden hier ihr neues Zuhause. Die erste zog 2014 ein. Das war der Startschuss für  die langjährige Zusammenarbeit der Genossenschaft mit dem Lebenshilfe e.V. Außerdem gibt es zwei DIN-gerechte Wohnungen speziell für Rollstuhlfahrer.

Auch die Gestaltung und Bepflanzung der Innenhöfe mit Wegen, Bänken und Aufenthaltsbereichen übernahm die EWG und orientierte sich dabei an den Bedürfnissen der Senioren. Die öffentliche Fitness-Oase speziell für Senioren entstand nach einer Umfrage in Zusammenarbeit mit dem Nachbarschaftshilfeverein. Hier gibt es zehn Module vom Crosstrainer bis zum Tai-Chi-Rad.

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