Fertigstellung Kräuterterrassen

(T)RÄUME WERDEN WIRKLICHKEIT

Nach 500 Litern Kaffee, 33 kg Gummibärchen und 131 Bauberatungen konnten wir die Korken knallen lassen:

Die Kräuterterrassen sind fertig, Gartenhäuser und Stadthäuser bezogen, Mietergärten liebevoll gestaltet, Thymianweg und Lavendelhof im Sprachgebrauch.

Es ist nicht mehr nachvollziehbar, wann genau sich die ersten vorsichtigen Stimmen im Haus meldeten, den Verkauf des Grundstücks und die geplante Bebauung mit Einfamilienhäusern ad acta zu legen und über genossenschaftliche Mietwohnungen nachzudenken. Auf alle Fälle entstanden die ersten Überlegungen dazu mit dem Wandel des Wohnungsmarktes:
Wohnungen waren wieder begehrt. Aber spätestens 2012 reifte unser Mut soweit, dass wir eine Variantenuntersuchung zu möglichen Bebauungen in
Auftrag gaben.

Fast waren wir über uns selber erschrocken: Nach Jahren wirtschaftlicher Probleme, nach Bankenrunden und Sanierungskonzept für die Genossenschaft dachten wir über einen Neubau in einer Dimension nach, die uns ungeheuerlich erschien. Aber die Zeit schien reif und „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“ So brachten wir das Projekt Stück für Stück voran, immer mit der Hintertür: Wenn es „zu heiß“ wird, können wir jederzeit abbrechen.
Aber es wurde nicht „zu heiß“, sondern ging erstaunlich zügig voran.

– Frühjahr 2013: Beauftragung eines städtebaulichen Konzeptes
– In 2014: mehrere Abstimmungen des Konzeptes mit der Landes-hauptstadt zum Maß der Bebauung und zur Aufhebung des bestehenden B-Planes
– Frühjahr 2015: Ausschreibung eines Werkstattverfahrens, um die richtigen Ideen und das richtige Planungsbüro zu finden
– Ende 2015: Vergabe der Planung an das Ingenieurbüro Cossebaude (IGC)
– Nach einem halben Jahr Planungszeit war der Bauantrag Mitte 2016 fix und fertig, die Baugenehmigung bereits im September 2016 auf unserem Tisch.
– Noch in 2016: Ausschreibung eines GU, Submission und Vergabe des Auftrages an Wolf&Müller
– Bereits im März 2017: 1. Spatenstich!

Danach ging es Schlag auf Schlag: Neben Geplantem gab es Ungeplantes, neben Erfolgen auch Schwierigkeiten, neben Aufwind Steine im Weg. Umplanungen wegen neuer Auflagen der Sächsischen Bauordnung, schwieriger Lehmboden in Gorbitz (gab´s den nicht bereits zu DDRZeiten?),
duktile Rammpfähle (die Nachbarn mussten ein paar Wochen leiden), Fehler in der Stahlberechnung (der 2. Nachtrag ließ grüßen), im Weg stehende Bäume, zu denen das Umweltamt nicht mit sich reden ließ und überproportional steigende Baupreise durch Lohn- und Materialkosten für den GU waren die Negativ-Themen in diesen Zeiten.

Aber was in Erinnerung bleibt: Eine hervorragende Planung, ein äußerst verlässlicher Generalunternehmer, partnerschaftliche Zusammenarbeit mit allen Beteiligten, ein Bauablauf, durchgetaktet wie am Fließband, eine unbeirrbare Bauleitung, Mietinteressenten, die sich um die Wohnungen drängeln und vor allem: engagierte und ehrgeizige Projektleitung und Vermietung im eigenen Haus. Und so können wir – ohne schlaflose Nächte und graue Haare – nach drei Jahren Bauzeit sagen:

Unsere Genossenschaft hat ihr Neubauprojekt „Kräuterterrassen“ in Dresden-Gorbitz äußerst erfolgreich fertig gestellt. Mit diesem neuen Quartier, das den Stadtteil spürbar wertvoller macht, sind wir bei der Um- und Neugestaltung von Genossenschaftswohnungen in Gorbitz einen großen Schritt vorangekommen. Und wirtschaftlich gesehen tragen die Mieteinnahmen die Baukosten vollständig, so dass keine Einschnitte bei anderen Projekten notwendig waren.

4.366 Schalter, 10.779 Steckdosen, 0,9 km Fußbodenheizung, 163,6 km Kabel, 500 l Kaffee & 33 kg Gummibärchen zu den Bauberatungen, 679 t Gesicht der Baldone und Vordächer, 1.490 Fenster, 1.236 Türen, 13,7 km Rohrleitungen und 1.040 t Baustahl später:

Dsc02485

Zahlen & Fakten

184 Wohnungen im genossenschaftlichen Wohnungsbau
– Investitionssumme: ca. 32 Mio. €
– Bauzeit: März 2017 bis April 2020
– 10 Gartenhäuser mit 110 Wohnungen, barrierefrei erreichbar, und privaten Innenhöfen
– 2 kleine Stadthäuser mit 8 Etagenwohnungen
– 3 große Stadthäuser mit 66 Wohnungen, barrierefrei erreichbar
– davon 28 Wohnungen komplett barrierefrei
– EG-Wohnungen mit Mietergärten
– alle anderen Wohnungen mit Balkon oder Dachterrasse
– Tageslichtbäder und Fußbodenheizung in allen Wohnungen
– große Wohnungen mit zweitem Bad mit Dusche

Antje Neelmeijer

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