Gelebte Nachbarschaft

VERLÄSSLICH

Ganz oft hören wir unsere Mitglieder sagen: „Als wir noch eine richtige Hausgemeinschaft waren…“ oder „Früher, da haben wir alle zusammengehalten, da kannten wir uns und haben uns geholfen!“

Und heute? Heute ist vieles anders: Es gibt mehr Anonymität, der Schwatz im Treppenhaus findet kaum noch statt, für die Kommunikation mit anderen Menschen genügt der Blick auf das eigene Telefon. Wer kennt noch seinen Nachbarn?

Und genau da beginnt das Problem: Sehr viele ältere Menschen leben allein in ihrer Wohnung. Wer vermisst sie, sollte ihnen etwas passieren? Für diese Situationen ist es gut, den Nachbarn zu kennen, mit dem älteren Herrn nebenan ein paar Worte zu wechseln oder der älteren Dame mit dem Rollator das Netz Kartoffeln in die Wohnung zu tragen…

Erst vor kurzem hatten wir einen dieser denkwürdigen Tage, den alle Beteiligten nicht so schnell vergessen werden und der gezeigt hat, was eine aufmerksame Nachbarschaft bewirken kann:

An einem Freitag Nachmittag kam ein Anruf. Eine ältere, hochbetagte Mieterin wurde schon mehrere Tage nicht gesehen. Diese Mieterin hatte die Angewohnheit, immer morgens die Zeitung aus ihrem Briefkasten zu holen. Als dies nicht mehr geschah, wurden die Nachbarn aufmerksam und wandten sich an uns. Auch wir konnten die Mieterin nicht erreichen, hatten auch keine Kontaktdaten von Angehörigen, bei denen wir hätten nachfragen oder die wir hätten verständigen können. So wurde die Wohnung durch Feuerwehr und Polizei geöffnet. Die Mieterin lag schon einige Tage hilflos in der Wohnung und konnte noch gerettet werden!
Unser Dank gilt vor allem den aufmerksamen und auch handelnden Hausbewohnern! Ein Menschenleben konnte gerettet werden, weil diese ihre Nachbarin kannten und sie ihnen nicht egal war!

Uns hat dieser Freitag sehr bewegt. Vielleicht denken auch einige von Ihnen über ihre Hausgemeinschaft und ihre Nachbarn nach, oder auch über Ihre eigene Wohnsituation. Auf alle Fälle sollten gerade die Alleinlebenden unter Ihnen prüfen, welche Kontaktdaten bei uns hinterlegt sind.
Gut wäre neben Ihren eigenen auch die naher Angehöriger oder Freunde. Mit einer kurzen Nachfrage könnte manches Problem gelöst oder auch Angehörige informiert sein.

Melden Sie sich bei unserer Mitarbeiterin für Soziales.
Frau Weigelt: Tel. 0351/4181 734
a.weigelt@ewg-dresden.de

 

Andrea Weigelt

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