Cotta

ZÖLLMEN UND STEINBACH

Mit dieser Ausgabe beginnen wir, Ihnen die Straßen und deren Geschichten im Stadtteil Cotta vorzustellen. In diesem Stadtteil befinden sich Gebäude der EWG mit rund 750 Wohnungen.

Die Bauern des Dorfes Cotta, dessen Existenz 1328 erstmals schriftlich belegt wurde, hatten früher einige Probleme wegen feuchter Flächen. Daher nannte man es auch „Frosch-Cotte“. Dann, beginnend vor etwa 140 Jahren, profitierte es jedoch von seiner Lage nah bei Dresden. An mehreren Stellen der Gemeindefläche wurden Ende des 19. Jahrhunderts neue Straßen angelegt und nach und nach mit den damals üblichen Würfelhäusern bebaut.

Die Steinbacher Straße beginnt wenige Meter südöstlich der Brücke, auf der sie den Weidigtbach heute überquert. Früher lag der Bach genau an ihrem Anfang. Sie führt dann mit leichten Schwüngen und engeren Biegungen, aber nie schnurgerade, nach Westen. Ab der Kreuzung mit der Gottfried-Keller-Straße gehört nur noch die südliche Seite der Straße zu Cotta. 140 Meter westlich der Arthur-Weineck-Straße verläuft sie dann durch Leutewitz. Man findet sie schon auf Karten aus dem 18. Jahrhundert.

Um 1880 gab es im Bereich der Kreuzung mit der heutigen Gottfried-Keller-Straße eine Ansammlung kleinerer Häuser. In der Nähe befanden sich Steinbrüche. In den folgenden Jahren wuchs die Bebauung langsam nach Osten. Einige der damals entstandenen Häuser stehen heute noch und sie sehen sehr einfach aus. 1886 vergab man den Namen Steinstraße, der sich auf die Steinbrüche bezog. Südlich des östlichen Teils der heutigen Steinbacher Straße lag eine Ziegelei. Kurz vor 1900 wurden westlich davon einige Straßen angelegt.

Die Steinstraße bildete den Nordrand dieses Gebietes. An ihrem westlichen Teil entstanden nach und nach einige Häuser. 1904 erhielt die Straße ihren heutigen Namen nach dem Dorf Steinbach nördlich von Kesselsdorf. Steinbach wurde 1361 erstmals erwähnt und ist nicht sehr groß. Heute wird die Flur des Dorfes durch die Autobahn A 17 geteilt. Die bekannte Schulzenmühle am Eingang des Zschonergrundes liegt in Steinbach. Über mehrere Etappen ist Steinbach 1999 Teil von Dresden geworden.

Weidigtbach

Erstbebauung Steinbacher Straße

In ihrem westlichen Teil ist die Steinbacher Straße in Cotta bis heute nicht komplett bebaut. Eine Baulücke wurde erst vor knapp 25 Jahren geschlossen. Am westlichen Rand gibt es nur Gärten.

Im östlichen Teil stand bis Anfang 1928 nur das heute noch vorhandene Haus der früheren Gärtnerei Haustein. In jenem Jahr begann die Bebauung durch den Kleinwohnungsbauverein, die bis 1930 auf beiden Seiten erfolgte. Gleichzeitig wurden die Straße ordentlich ausgebaut und Straßenbahngleise verlegt. Die Straßenbahn verließ die Steinbacher Straße an der Gottfried-Keller-Straße nach Süden.

Der noch freie Platz an der Einmündung der heutigen Zöllmener Straße wurde erst 1964 mit einem Gebäude in Blockbauweise bebaut.

Die Zöllmener Straße beginnt an der Steinbacher Straße gegenüber von Haus Nummer 10, verläuft ein kurzes Stück nach Südsüdwesten und dann nach Westen, bis sie an der Grenze zu Leutewitz endet. Angelegt wurde sie kurz vor 1900. Damals hieß sie Wagnerstraße zu Ehren eines langjährigen Gemeindevorstehers. Eigentlich war geplant, diese Straße direkt mit der Pennricher Straße zu verbinden. Doch damals befand sich seit etwa 1885 die Ziegelei Walther auf dem entsprechenden Gelände.

Auch bei dieser Straße erfolgte 1904 wegen der Eingemeindung nach Dresden eine Umbenennung. Die Straße hieß nun Alvenslebenstraße, benannt nach zwei Brüdern, die beide als preußische Generäle im Deutsch-Französischen Krieg eine wichtige Rolle gespielt hatten.

Die Ziegelei hatte von der Lage her keine große Zukunft. Nach dem Tod ihres Besitzers kaufte die Stadt Dresden das Gelände, aber zunächst wurde die Straße nicht verlängert. Im bestehenden Teil waren bis zum Ersten Weltkrieg fast alle Grundstücke bebaut. Zwei Baulücken bestehen bis heute.

1946 wurde die Straße in Zöllmener Straße umbenannt. Zöllmen ist ein kleines Dorf nordöstlich von Kesselsdorf und liegt östlich neben Steinbach. Über seine Ersterwähnung ist man sich nicht ganz einig. Ein Mann, in dessen Namen Zöllmen vor-kommen könnte, wird 1186 erwähnt, der Ort selbst 1350. Im Süden der Fluren des Dorfes, an der alten Landstraße von Kesselsdorf nach Dresden, die seit dem Autobahnbau unterbrochen ist, wollte sich Zöllmen kurz vor 1900 auch seine vorstädtische Siedlung schaffen. Es wurden einige Mietshäuser gebaut, deren Zahl aber nicht über 5 hinauskam. 1950 wurde Zöllmen nach Gom-pitz eingemeindet, seit 1999 gehört es zu Dresden.

Unsere Gebäude in diesen Straßen:

Steinbacher Straße 5-11 und 12-24

Zöllmener Straße 1-23 und 2-16

Auf dem noch unbebauten Teil der Zöllmener Straße begann in den 60er Jahren eine rege Bautätigkeit. Dafür mussten Gärten und die letzten Gebäude der Ziegelei verschwinden, das Lehmgrubengelände wurde eingeebnet und sogar der Weidigtbach etwas verlegt. Im Bereich des ehemaligen Ziegeleigeländes entstanden sieben viergeschossige Wohnblocks des Typs IW 62. Dazu gehört auch der schon erwähnte an der Steinbacher Straße. Sechs dieser Gebäude lagen an der Zöllmener Straße. Einer wurde kommunales Eigentum und die restlichen wurden für die damalige GWG Kleinwohnungsbau errichtet.

Ursprünglich sollte im Bereich des heutigen Gara-genhofes der EWG noch ein achter Block gebaut werden. Kein Block hätte mehr als 4 Eingänge gehabt. Dort wo sich heute an der Ecke zur Steinbacher Straße die private Garagenanlage auf einer Pacht-fläche befindet, war 1963 eine Kaufhalle geplant.

Die Umsetzung sah anders aus. Ein Block fiel weg, vier andere wurden um einen Eingang verlängert und die Kaufhalle gab es nie. Dafür stehen heute in diesem Gebiet vergleichsweise viele Garagen. Die Wohnblöcke für die Genossenschaft wurden zwischen September 1964 und April 1965 bezogen. Mitte 1986 übernahm unsere Genossenschaft die Wohnblocks aus den 1960er Jahren im Rahmen des sogenannten territorialen Ausgleichs.

1983 – beim Bau der Straßenbahntrasse nach Gorbitz durch die Wilhelm-Franz-Straße – wurde die Zöllmener Straße für den Auto-verkehr unterbrochen, was das Wohngebiet zu einem sehr verkehrsberuhigten Quartier macht.

Zöllmener Straße

Götz Krüger

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