Begrünte Fassaden

ALTE IDEEN NEU DENKEN

Ein hinter Weinranken kaum noch sichtbares Bauernhaus, „living walls“ an einem modernen Neubau oder von Efeu verursachte Bauschäden – Fassadenbegrünung hat viele Facetten und gleichermaßen Befürworter wie Gegner. Die wichtigsten Argumente pro Fassadenbegrünung sind der ökologische Nutzen, der gestalterische Gewinn und der Beitrag zum Klimaschutz. Gegen eine Fassadebegrünung sprechen vor allem mögliche Schäden am Gebäude durch ungeeignete oder ungebremst wachsende Pflanzen, die Pflegekosten und die Befürchtung, dass zu viele Insekten in Wohnungsnähe gelockt werden.

Obwohl die Fassadenbegrünung in den letzten Jahren einen ziemlichen Boom erlebt, hat die EWG bei ihren Maßnahmen zuletzt keine begrünten Fassaden vorgesehen. Dahinter stand u.a. die Überlegung, dass in den meist locker bebauten, ohnehin sehr grünen Wohngebieten der Genossenschaft eine Fassadenbegrünung weniger Mehrwert bringt als in dichten, steinernen Städten.

Letztes Jahr stellte sich nach der Dachsanierung an der Herzogswalder Straße die Frage, wie mit dem vorhandenen Rankgitter am Giebel umzugehen ist. Der Knöterich, der sich dort selbständig seinen Weg gebahnt hatte, musste im Vorfeld der Gerüststellung entfernt werden. Da sich das Rankgitter in einem einwandfreien Zustand befindet, entschied die Genossenschaft, den Giebel wieder zu begrünen. Seit dem Frühjahr wachsen dort fünf Jungfernreben und haben bereits an Höhe gewonnen. Diese Art wächst schnell, bildet aber kaum Haftscheiben, sondern ist auf Rankhilfen angewiesen. Im Herbst zeigt sie eine wunderschöne rote Färbung.

Die Herzogswalder Straße könnte der Auftakt für weitere Fassadenbegrünung sein. Derzeit prüfen wir die Begrünung eines Giebels im Gebiet „Am Weidigtbach“. Schwerpunkt ist die Frage, wie durch geeignete Artenauswahl Bauschäden vermieden und der Pflegeaufwand minimiert werden kann. Für mehr Grün im vielen Grün.

Konstanze Mally

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