Energiekosten – wie geht es weiter?

Ehrlich gesagt: Wir wissen es auch nicht.

EINSCHNEIDENDES ANSTEIGEN

Die Situation am EU-Erdgasmarkt spitzte sich in den letzten Monaten weiter massiv zu. Die Entwicklung des Energiepreises ist bereits problematisch genug. Hinzu kommt, dass das Erdgas dann, wenn es notwendig ist, zur Verfügung stehen muss. So hat Russland seine wichtigste Trumpfkarte ausgespielt und die Erdgaslieferungen nach Westeuropa deutlich reduziert. Wegen des im Raume stehenden Lieferstopps bewertete die Bundesnetzagentur die aktuelle Situation bei der Gasversorgung in Deutschland als „angespannt“. Angesichts dieser Einschätzung rief die Bundesregierung am 23.06.2022 die zweite Eskalationsstufe im Notfallplan Gas aus, was den Erdgaspreis weiter ansteigen ließ.

Zum aktuellen Zeitpunkt gelten Haushaltskunden und Fernwärmeversorger zwar als geschützte Kunden, jedoch ist jeder Gasverbraucher aufgerufen, soweit wie möglich zu sparen.

Klar ist, dass der Anteil fossil erzeugter Energien zur Abdeckung der Raumheizung und für Warmwasser nicht wie bisher verbleiben kann. Auch unsere Fernwärme wird nach wie vor fossil erzeugt. Eine schrittweise Ablösung wird – realistisch gesehen – jedoch Jahre, eher Jahrzehnte andauern.

Somit sind wir alle gefordert, den notwendigen Teil voranzubringen. Die EWG wird auf einigen Dächern über Photovoltaik oder Solarthermie schrittweise Module aufbauen, welche zur Entlastung der Situation beitragen sollen. Auch das ist leider nur in kleinen Schritten möglich, erst recht unter der gegenwärtigen Arbeitskräfte-, Materialkosten- und Beschaffungssituation. Die Vorbereitungen dazu sind im Gange.

Fernwärme Arbeitspreis

Preis brutto (ct/kWh)

Quelle: Sachsenenergie/Drewag

Die Kostenentwicklung ist vorrangig durch die Erdgaspreisveränderung geprägt.

Was können wir sofort tun?

Wir werden die bestehenden Heizanlagen weiter konsequent energiesparend einstellen.

Unser Versorger, die SachsenEnergie (ehem. DREWAG), wird sich der Minderung des fossilen Anteils zur Erzeugung von Strom und Wärme annehmen müssen. Die EWG und die Dresdner Genossenschaften haben in einem gemeinsamen Arbeitspapier klare Forderungen gestellt, gemeinsame Lösungsansätze zur Dekarbonisierung zu finden, welche eine dauerhaft kostenentlastende Wärmebereitstellung garantieren sollen.

Was können Sie tun?

Auch Sie als Mieter können den Verbrauch für Heizung und Warmwasser oft noch erheblich mindern.
Wenn die Heizsaison im September beginnt, prüfen Sie sich selbst:

  • Welche Temperaturen haben Sie an Ihren Thermostaten eingestellt?
  • Haben Sie die Heizung gedrosselt, wenn Sie lüften?
  • Haben Sie die Fenster nicht dauerhaft gekippt und die Thermostate aufgedreht?
  • Lassen Sie die Räume nicht komplett auskühlen?
    Das erneute Aufheizen benötigt mehr Energie, als Sie vorher gespart haben.
  • Erledigen Sie noch viele Dinge unter fließendem (warmen) Wasser? Können Sie dies auffangen und weiter verwenden?
  • Können Sie Baden durch Duschen ersetzen?

 

Zum Schluss noch etwas Erfreuliches: Wir sind in der glücklichen Situation, dass wir vor dem gravierenden Anstieg der Energiekosten Verträge zur Lieferung von günstigem Erdgas bis 2026 verbindlich abgeschlossen haben. Das ist aber leider nur solange von Vorteil, wie Erdgas genügend zur Verfügung steht.

Steffen Zweinert

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