Rettungsinseln schaffen

NICHT NUR FÜR MAJA...

An der Steinbacher Straße soll eine farbenfrohe und insektenfreundliche Blühwiese entstehen.

„Iiih, Vorsicht, eine Biene!“ Lange Zeit waren unsere Assoziationen mit Insekten vor allem negativ: kleine Krabbeltierchen, die stechen, tot im Limonadenglas schwimmen oder unerwartet in einer dunklen Ecke oder unter einem umgedrehten Stein auftauchen. Dieses Bild hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt. Durch viele Berichte über das Insektensterben ist deutlich geworden, wie wichtig Insekten für das Ökosystem und damit auch für den Menschen sind. Neben dem Vogelhäuschen steht heute in vielen Gärten ein Insektenhotel. Wichtiger als vereinzelte „Hotels“ sind jedoch insektenfreundliche Lebensräume, die den Tieren ausreichend Nahrung und Unterschlupf bieten.

Auch deswegen ist die EWG seit einigen Jahren dabei, geeignete Rasenflächen in Wiesen umzugestalten. Üblicherweise wird dazu zunächst auf die sogenannte extensive Pflege umgestellt, d.h. die Flächen werden nur noch zwei Mal im Jahr gemäht. Mit der Zeit entwickeln sich dann artenreiche Kräuter- und Blühwiesen. Wesentlich schneller, aber auch aufwendiger ist es, die Blühwiese gezielt anzulegen. Dazu wird die Grasnarbe abgetragen, evtl. Boden ausgetauscht und eine spezielle Samenmischung ausgebracht.

Heute noch Containerstandplatz, ab 2022 blühende Wiese.

Auf den Hausvorflächen an der Steinbacher Straße 5–11, wo sich heute Baucontainer für das Straßenbauvorhaben stapeln, soll in einem Jahr eine solche Blühwiese entstehen. Die Fläche ist ausreichend groß, kann durch ihre Lage Anwohner und auch Passanten erfreuen und eignet sich bestens für eine aktive Umgestaltung, da durch die Baustelle der Mutterboden bereits entfernt und die DVB am Ende in der Pflicht ist. Voraussichtlich im Herbst 2021 kann mit der Umgestaltung begonnen werden.

Es ist nicht die erste Blühwiese, die von der EWG angelegt wird. In Gorbitz gibt es bereits einige Kräuter- und Wildblumenwiesen. Trotzdem ist die Anlage und Pflege solcher Wiesen noch relatives Neuland, nicht alles gelingt im ersten Anlauf.

Wir sind vor allem gespannt auf Ihre Reaktionen, liebe Mitglieder. Denn eines ist auch klar: Eine naturnahe Wiese sieht nicht zu jeder Jahreszeit entzückend aus. Vor allem im Winter ist der Anblick der eventuell auf der Fläche verbleibenden Pflanzenreste sicher gewöhnungsbedürftig. Außerdem kann es einige Zeit dauern, bis sich das erhoffte Blütenmeer einstellt. Oder einige Arten verschwinden nach wenigen Jahren wieder und die Wiese erscheint dann weniger farbenfroh. Dafür gewinnt man ein Stück Natur in der Stadt, das hoffentlich bald auch von Hummeln, Bienen und Schmetterlingen entdeckt wird.

Konstanze Mally

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